Besinnliches

Loslassen

Neulich traf ich ein Ehepaar, das mir erzählte sie wollten nun ihr Haus verkaufen. Die Kinder seien aus dem Haus und nicht daran interessiert, da sie in anderen Städten ihr eigenes Leben führen. Nun wollten sie sich kleiner setzen. Das Schwierige sei nun, zu überlegen, von was man sich trennen müsse, was man loslassen kann. Das sei die große Herausforderung in der nächsten Zeit, denn an vielen Dingen hängen Erinnerungen, die man gerne mitnehmen möchte.

Wer schon einmal umgezogen ist, weiß das. Man geht durch die Zimmer und verschafft sich einen groben Überblick, was man mitnehmen möchte. Mit dem Schlafzimmerschrank ist man schon dreimal umgezogen. Ein viertes Mal wird er es nicht schaffen. Der Tisch ist so stabil und den braucht man auch unbedingt noch. Dann kommen die Kleinigkeiten dran. Vor allem: Bilder, Bücher, Schreibkram. Das ist am Schwierigsten. Die Bilder am besten digitalisieren. Mancher hat sein Leben in Bildern und wenn er sie loslässt, fürchtet er ein Stück seines Lebens zu verlieren. Aber Loslassen kann auch befreien und bedeutet dann einen Neuanfang.

Ein Neuanfang muss aber nicht immer mit einem Umzug verbunden sein. Die Kirche spricht bei einem Neuanfang von Umkehr. Besondere Ausdrucksform dafür ist die Fastenzeit. Während in der alten Kirchen der Verzicht auf Speisen und Trank im Vordergrund stand, mehren sich heute die Stimmen, die nicht nur einen Verzicht auf Speisen und Trank befürworten, sondern auch als Konsumverzicht in den verschiedenen Formen. In vierzehn Tagen ist es schon wieder soweit. Dann kann sich jeder und jede wieder einmal darüber klar werden, was man loslassen kann, wovon man sich befreien möchte, um wieder gut leben zu können.

Eine gute Wahl wünscht Ihnen

Pfarrer Winfried Langendonk

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