Jubiläum: 25 Jahre Seligsprechung von Nikolaus Groß

Der Verein Nikolaus Groß Niederwenigern startet am Mittwoch, 21. Januar 2026, 17.30 Uhr, ins Jubiläumsjahr und zeigt in der Kirche St. Mauritius am Domplatz in Hattingen-Niederwenigern den Kurzfilm „Der Abschiedsbrief“, dessen Premiere im April 2024 an gleicher Stelle gefeiert worden war. In der Produktion von Robert Groß, Enkel des NS-Widerstandskämpfers, sind u.a. Interviews mit den Kindern des von den Nazis hingerichteten christlichen Gewerkschafters Nikolaus Groß zu sehen.

Im Anschluss an die Vorführung geht es in einer Diskussion mit der „Enkelgeneration“ – Thomas Groß und Robert Groß – um das Thema „Unser familiäres, religiöses und gesellschaftliches Vermächtnis".

Zu den weiteren festen Terminen im Jubiläumsjahr zählt die Festmesse zu Ehren des Seligen Nikolaus Groß und seiner Frau Elisabeth am Samstag, 24. Januar 2026, 17.30 Uhr, in St. Mauritius. Anschließend ist das benachbarte Nikolaus-Groß-Museum bis 19.30 Uhr außer der Reihe für die Öffentlichkeit zugänglich.

„Außerdem bereiten wir gerade Veranstaltungen vor, zu denen wir allerdings noch keine festen Daten nennen können. Dazu gehört eine Veranstaltung mit Journalist Jan Jessen von der NRZ/WAZ, der sehr viel aus der Ukraine reportiert und vorher aus Afghanistan berichtet hat. Gemeinsam mit ihm wollen wir den Blick auf den Journalisten Nikolaus Groß richten und zeigen, wie wichtig eine freie Berichterstattung auch oder gerade in der heutigen Zeit ist. Denn auch solche Zusammenhänge gehören für uns zum Erbe von Nikolaus Groß, der für die freie Meinungsäußerung sogar seine Freiheit und sein Leben verloren hat“, sagt Stefan Hülsdell vom Vorstand des Vereins Nikolaus Groß Niederwenigern. Begleitet und abgerundet werden soll diese Veranstaltung von einer Ausstellung mit Zeitungsartikeln über Nikolaus Groß und voraussichtlich auch von einer Ausstellung einer unabhängigen Organisation, die sich für Presse- und Informationsfreiheit einsetzt.

In Vorbereitung sind außerdem: eine Ausstellung zum 30-Jährigen des Baus des Nikolaus-Groß-Museums sowie eine besondere Krippen-Aktion in der Adventszeit im „Dom“ von Niederwenigern, da Nikolaus Groß Mitglied im deutschen Verband der Krippenbauer war und in einer seiner Zeitungen auch Aufbauanleitungen veröffentlicht hat.

Zum Hintergrund des Abschiedsbriefs:

Nikolaus Groß (geb. 30.09.1898 in Niederwenigern), christlicher Gewerkschafter, führend in der Katholischen Arbeiterbewegung (KAB), und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, hatte nach seinem Todesurteil vom 15. Januar, kurz vor seiner Hinrichtung am 23.01.1945 in Berlin-Tegel einen Abschiedsbrief an seine Familie geschickt. Der mit 21.1.45 datierte Brief beginnt mit den Worten „Herzallerliebste Mutter! Ihr lieben und guten Kinder! Es ist St. Agnestag, an dem ich diesen Brief schreibe, der, wenn er in Eure Hände kommt, zusammen mit einem anderen Brief, den ich im November schrieb, Euch künden wird, daß der Herr mich gerufen hat.“

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