Krippenblues

Die Kinder in der Schule erzählen in einem Spiel, was ihnen alles zu Advent und Weihnachten einfällt: Adventskranz und -kalender, Tannenbaum, Plastik (?)stern, Lebkuchen, Kerzen, Glocken…und eine Krippe.

Die Krippe beschäftigt mich in Gedanken noch später, als mir einfällt, wie toll ich es fand, als Kind die Figuren von Maria, Josef, das Jesuskind, den Engel die Hirten und Schafe aufzustellen. Ich habe voller Begeisterung auch mit den kleinen (bei uns zuhause zunächst Gips)figuren gespielt. Traumatische Erfahrung für mich als 4jährige war, dass die Figur der Mutter Jesu in die mit Wasser gefüllte Wanne fiel und sich mehr oder weniger auflöste…

Die nächste Krippe war dann aus Holz!

Franz von Assisi hatte als erster 1223 in der Landschaft von Greccio die Idee, eine „lebende“ Krippe mit Menschen und Tieren aufbauen zu lassen. Er wollte den Dorfbewoh-nern ganz anschaulich zeigen, was damals in Bethlehem bei der Geburt Jesu passiert ist und ihre Herzen ansprechen. Gott schickt seinen Sohn, ein armes, ohnmächtiges Kind in einer Krippe halbnackt, in Windeln gewickelt. Eine alte Frau hat mir erzählt, wie sie als Kind aus lauter Mitleid, das Jesuskind aus der Krippe in der Kirche mitgenommen hat um es zuhause warm einzupacken (und der Vater es natürlich stracks zurückbrachte, als dies entdeckt wurde.)

Krippen (auf dem historischen Weihnachtsmarkt, im eigenen Keller oder in Kirchen) laden ein, in dieser Zeit rund um Weihnachten einmal neu angeschaut zu werden. Folgende „Krippengeschichte“ hat mich allerdings sehr nachdenklich gestimmt:

Die Tiere stritten sich, was das Wichtigste an Weihnachten sei: „Gänsebraten“, sagte der Fuchs und grinste genüsslich, aber der Eisbär widersprach: „Schnee muss sein, weiße Weihnacht, das ist es!“ Das Reh sagte: „Ohne Tannenbaum gibt es kein ordentliches Weihnachten!“ Der Bär brummte: „Und der Stollen und die Kekse? Die sind doch die Hauptsache an Weihnachten!“ Die Elster krächzte: „Ich brauche Schmuck, Ringe und Armbänder, dann ist Weihnachten!“ Ochs und Esel, die ja schon damals in Betlehem dabei waren, wussten es besser. Bedächtig sagte der Ochse: „An Weihnach-ten ist das Kind in der Krippe die Hauptsache!“ Nach einer Weile wandte er den Kopf zum Esel und fragte: „Sag mal, wissen das die Menschen eigentlich auch?“

Einen schönen 2. Advent wünscht

Susanne Schade, Gemeindereferentin in St. Peter und Paul

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