Das Thema bewegt, das wurde am Donnerstagabend im Schwelmer Pfarrsaal der katholischen Kirche St. Marien deutlich: 120 Interessierte sind der Einladung des Bistums Essens gefolgt, um an diesen Abend mehr über die geplanten Veränderungen im Entwicklungsprogramm „Christlich leben. Mittendrin.“ zu erfahren.
Mit diesem Programm wird sich die katholische Kirche zwischen Rhein und Lenne, Emscher und Ruhr in den kommenden Jahren spürbar verändern: Um als Kirche auch in Zukunft mitten in der Gesellschaft präsent zu sein, werden Pfarreien in den kommenden Jahren zu größeren Einheiten zusammengeführt.
Bistum muss 50 Millionen Euro dauerhaft einsparen
Notwendig wird dies nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Situation: Kürzlich verkündete das Ruhrbistum, dass es bis 2038 schrittweise rund 50 Millionen Euro dauerhaft einsparen muss, um weiter einen ausgeglichenen Haushalt zu erzielen. "Angesichts der radikal sinkenden personellen und finanziellen Ressourcen eines Christentums in der Minderheit müssen bisherige Strukturen effizient zusammengeführt werden", sagte CLM-Programm-Manager Johannes Vutz. Er hatte gemeinsam mit Kreisdechant Norbert Dudek zur Regionalkonferenz für das Kreisdekanat Hattingen-Schwelm eingeladen. Die Veränderungen werden also neben der Propstei St. Marien ebenso die Pfarreien St. Peter und Paul in Witten, Wetter, Sprockhövel und Hattingen betreffen.
Die Idee sei, alle unterschiedlichen, katholischen Handelnden, von Kirchengemeinden, über Caritas bis hin zu Schulen, Kitas und weiteren sozialen und pastoralen Anbietern stärker zu vernetzen und verbinden. Gleichermaßen wird ein ökumenisches Miteinander aller christliche Konfessionen angestrebt. "Die Kirche der Zukunft im Ruhrbistum wird eine ökumenische Kirche sein", hieß es deutlich. Ziel sei, in einer überwiegend säkulären Welt den christlichen Glauben als eine Option anzubieten.
Pfarreien können sich noch äußern
Eine Idee des CLM sei, kirchliche Strukturen zu verändern, beispielsweise durch die Einführung eines Pfarrsynodalrats und eines hauptamtlichen Pfarreivorstands anstelle des jetzigen Pfarrgemeinderats und Kirchenvorstands.
Deutlich wurde an diesem Abend, dass es sich zurzeit noch um einen offenen Prozess handle. "Es ist hier noch nichts entschieden, zu diesem Zeitpunkt möchten wir den Pfarreien die Gelegenheit geben, sich einzubringen und ihre Ideen und Einwände zu äußern", so Vutz. Das taten viele der Teilnehmenden und notierten auf Flipcharts ihre Gedanken. Diese fließen in die Arbeitsgruppen mit ein, die ab Sommer 2026 in die Konzeptionsphase einsteigen werden.
Konkrete Anliegen und Anmerkungen zum CLM-Programm können gerichtet werden an die E-Mail-Adresse: programm-clm@bistum-essen.de